Aventurien - gewidmet Ulrich Kiesow

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Nesquiria
Karte von Nesquiria (~ 100 kB)
Die Stadt in Stichpunkten
  • ca. 500 Einwohner
  • Haupterwerb: Handel, Fischen
  • Umgeschlagene Waren: Brabaker Seidenliane, Holz, Gewürze
  • Regent: Gouverneur Graf Roaldo von Sentisbrück
  • Tempel: Efferd, Travia, Phex
  • Garnison: 10 Männer der Gouverneursgarde (Moral: 14), ein Dutzend Stadtgardisten (Moral: 10), 15 Bombardisten (Moral 11) und bis zu 20 Seesöldner
Nesquiria ist eine Kolonie des Horasreiches, an der Mündung des Nesquir gelegen. Sie wurde vor vier Jahren gegründet und untersteht dem Kommando der Admiralin der Expeditionsflotte, Pervalia di Cravazza- Terdilion. Da diese mit Fiaga ya Terdilion, der Besitzerin des Handelshauses, verfeindet ist, ist die Kolonie ans untere Ende ihrer Prioritätenliste für die verschiedenen Flottenteile gerutscht, so daß Nesquiria sehr nachlässig gegen Überfälle geschützt ist.
In der Kampagne dient Nesquiria als Heimathafen der Helden. Hier finden sie Freunde und Feinde, können über den Grafen Kontakte zum Adel knüpfen und in Liemon Ardenbrauer finden sie auch einen Abnehmer für die Waren, die sie "erwerben".
Die Stadt hat das typische Flair einer südliche Hafenstadt: weißgetünchte Häuser, in der Mittagshitze wie ausgestorben wirkende schmale Gassen und Straßen, der Wind, der stets nach Meer riecht und die Schreie der Möwen mit sich trägt sind allgegenwärtig. Die Menschen Nesquirias sind entweder Horasier; die für das Kontor oder als Soldaten arbeiten, oder es sind Fischer aus dem Drôlschen, die sich naturgemäß nicht so recht mit den restlichen Nesquiriern verstehen und lieber unter sich bleiben.
Spieltechnisch ist Nesquria sehr stark an Port Oreal aus der Al'Anfa-Box angelehnt. In der Südmeerkampagne liegt die Stadt an der Westkueste Aventuriens, etwa zwischen Menbilla und Brabak (auf der Höhe Al'Anfas). Es spricht aber auch nichts dagegen, den Ort auf eine der vielen Inseln des Südmeers oder an eine andere Stelle auf dem aventurischen Festland zu verlegen.

Der Hafen
Der Nesquir, ein schlammiger Fluß, der an seiner Mündung etwa 20 Schritt Breite hat, ergießt sich direkt in ein natürliches Becken, das vor der Meeresbrandung durch zwei vorgelagerte Felsen geschützt ist. Der linke dieser Felsen wird von einer kleinen Festung gekrönt, der rechte von einem Leuchtturm. Durch diese Anordnung ist das Becken ist nicht nur ein idealer Hafen, sondern bietet der Stadt auch eine recht geschützte Position, da jeder Angreifer aufgrund weiterer kleiner Felsen vor dem Hafen langsam fahren muß und in dieser Zeit den Böcken im Fort schutzlos ausgeliefert ist.
Der Hafen ist eine großzügige Anlage, die bis zu acht großen Schiffen gleichzeitig Platz bietet. Direkt am Hafen befinden sich drei große Lagerhäuser, die alle dem Kontor gehören. Zur Rechten befindet sich die Werft von Jassandra und zur Linken, auf der anderen Seite der Flußmündung, die Häuser und Schiffe der Fischer, die nachts herausfahren und tagsüber ihre Netze flickend in der Sonne sitzen. Liegegebühren und Hafenzölle haben verschiedenen Preisklassen: "einheimische" Schiffe (also solche, die bei einem Teilhaber des Kontors unter Vertrag sind) zahlen einen bis zwei Dukaten Liegegebühr pro Tag, fremde Schiffe mindestens das Dreifache. Ähnliches gilt für die Zölle.
Im Hafen liegen stets vor Anker: das Kriegsschiff der Expeditionsflotte (Potte "Horasdor"), ein bis bis Terdilion-Handelsschiffe, einige Fischerpötte und bis zu zwei Besucher (meist fremde Händler, aber auch Piraten, Freibeuter oder andere).
Die Hafenfestung "Fort Odilon" ist aus Quadersteinen erbaut und gut befestigt. Zweimal vier Böcke können den Hafeneingang bestreichen (Entfernungsklassen: fmfmmf), allerdings ist die Mannschaft nicht gerade für ihre Präzision berühmt und zudem ist die Munition mehr als knapp - eine Folge der Politik der Admiralin di Cravazza-Terdilion. Die Bombardisten werden von Korporalya Marika befehligt, während Turman Gerber, der Obrist der Stadtgarde, offizieller Kommandant der Festung ist, allerdings so gut wie nie dort zu finden ist. Da jeder Bock von acht Personen bedient werden muß, es aber nur etwa ein Dutzend Richtschützen gibt, werden im Notfall eine Menge ungelernter Hilfskräfte benötigt (ca. 50: pro Bock insg. acht Personen). Ähnlich sieht die Lage bei der Potte "Horasdor" aus, die nur von einer Rumpfbesatzung in Stand gehalten wird, aber nur noch selten ausläuft. Im Ernstfall würde noch etwa ein Dutzend gerade greifbarer Matrosen für die Bedienung der Segel gebraucht. An Stelle von Seesöldnern würden Stadtgardisten an Bord genommen. Allerdings ist in der nesquirischen Geschichte noch kein Überfall vorgekommen, dafür war die Kolonie bisher zu unbedeutend.

Das Kontor
Nesquiria wurde mit Staatsgeldern, aber auch mit enormen Zuwendungen der Handelshäuser Terdilion, Darando und Ardenbrauer aufgebaut. Diese drei (mittlerweile vier) Handelshäuser unterhalten gemeinsam, das heißt mit einer festgelegten prozentualen Beteiligung, die "Colonial- Seehandelscompagnie Terdilion, Darando, Ardenbrauer & Ardenbrauer", welche das vollständige Monopol auf alle umgeschlagenen Waren in der Stadt hat und von allen Nesquiriern schlicht "das Kontor" genannt wird.
Das Haus Terdilion besitzt naturgemäß den größten Anteil, nämlich 55%. Atmanor Lugarno-Porabilis, ein seiner Vorgesetzten loyaler und erfahrener Mann, ist der Leiter desselben und gleichzeitig auch Director des gesamten Kontors in Fragen, die mehr als einen Teilhaber betreffen. Darunter fällt zum Beispiel die Höhe der Hafenzölle, die vom Gouverneur festgelegt werden. Atmanors Einfluß auf den Grafen ist enorm, über drei Viertel der Packer und Schreiber Nesquirias arbeiten ausschließlich bei ihm und im Moment schlägt er beinahe alle Waren, die über das Kontor gehen, für sein Handelshaus um.
Das Haus Darando besitzt nur 15% des Kontors und das auch nur auf dem Pergament. Eibir Darando ist als Händler denkbar ungeeignet, da er das Geld des Kontors lieber versäuft oder im Bordell durchbringt. Zwar kam seit Jahren kein Schiff mehr nach Nesquiria, um mit Darando handelseinig zu werden, dennoch schickt er jeden Mond eine Depesche ins Liebliche Feld, in der er über die angebliche Verluste klagt, die ihm Lugarno-Porabilis' Geschäftsmethoden bereiten und die ihm keine Gewinne ermöglichen. Bisher hat das Haus Darando andere Sorgen als einen Buchprüfer in eine abgelegene Kolonie zu schicken, um all das zu überprüfen...
Die restlichen 30% gehören dem Haus Ardenbrauer. Dabei handelt es sich um ein almadanisches Handelshaus aus Punin, dessen Besitzer Rubinio Ardenbrauer sein gesamtes Vermögen in die Kolonie investierte und sich damit langfristig eine enorme Expansion versprach. Unglücklicherweise erlag er einem Leiden, bevor er die Geschäfte in Nesquiria aufnehmen konnte und so vermachte er seinen Anteil am Kontor seinen Söhnen Liemon und Alonso. Doch diese konnten sich nicht einigen, wer die Führung des Handelshauses übernehmen sollte und als rechte Almadaner gerieten sie in einen solchen Streit, daß sie sich überwarfen und nun beide auf eigene Faust versuchen, mit ihren jeweiligen 15% den anderen auszubooten oder zu überflügeln.
Durch diese Situation ist Atmanor Lugarno-Porabilis quasi der alleinige Profiteur sämtlichen Handels und jegliche Einschränkung seiner derzeitigen Machtposition versucht er mit aller Macht zu verhindern.
Am Hafen gibt es drei durchschnittlich bewachte Lagerhäuser, die jeweils etwa 1500 Quader Waren fassen können. Im ersten werden Lebensmittel und Tuche gelagert, im zweiten Gewürze und Rum, während das dritte Edelholz und Elfenbein vornehalten ist. In diesem Lagerhaus befindet sich auch in einem Anbau das Büro von Atmanor Lugarno-Porabilis.

Die Gouverneursresidenz
Der Gouverneur von Nesquiria, Graf Roaldo von Sentisbrück, bewohnt ein weitläufiges blütenweißes Stadthaus am Marktplatz. Die Residenz, die man auch guten Gewissens als "Palast" bezeichnen kann, wenn man nicht gerade aus Vinsalt stammt, besteht aus einem Haupttrakt und zwei Seitenflügel, die einen liebevoll gestalteten Garten umrahmen. Das gesamte Grundstück ist von einer eineinhalb Schritt großen Hecke umschlossen. Bei Tag und Nacht gehen zwei Gardisten mit Hunden das Gelände ab, um eventuelle Einbrecher abzuschrecken.
Die meisten Besucher der Residenz bekommen nur den dreigeschossigen Haupttrakt zu sehen. Hier befinden sich ein größerer und zwei kleinere Festsäle, die man zu einem großen Ballsaal verbinden kann, was etwa dreimal im Jahr geschieht. Ebenfalls in diesem Teil des Gebäudes befinden sich Empfangs- und Wartesalons sowie die Arbeitsräume für die Bediensteten und Schreiber des Gouverneurs.
Im oberen Geschoß des Nordflügels liegen die Privatgemächer des Gouverneurs und seiner Familie. Baron Rudegar von Hochberg und die Gästezimmer für hochrangige Besucher des Gouverneurs befinden sich im Parterre. Der Südflügel wird von der Dienerschaft bewohnt, es gibt hier Wirtschaftsräume und zwei Küchen sowie diverse Lagerräume, die meist mit Weinfässern belegt sind.
Der Garten besteht aus kreisförmig um einen malerischen Teich angeordneten Reihen von Hecken, durch die sich sorgfältig gerechte Kieswege schlängeln, die zum Lustwandeln einladen und hier und da mit Bänken oder Lauben aufwarten können. Zedern, Arangenbäumen und einheimische Palmenarten spenden Schatten und dienen verschiedenen Vogelarten als Brutplatz, so daß der Garten stets von Vogelgesängen erfüllt ist, die sich mit dem leisen Plätschern des künstlichen Baches mischen, der den Teich speist und die Pflanzen vor dem Verdörren bewahrt.
Im hinteren Teil des Gartens befinden sich zwei weitere Gebäude. Es handelt sich um einen Stall, in dem zur Zeit nur sieben Pferde sind, da Graf Roaldo finanziell ein wenig strapaziert ist, sowie einen Schuppen, in dem allerlei Gerätschaften zur Gartenarbeit aufbewahrt werden.

Gardisten und Söldner
Die 10 Mann der Gouverneursgarde nehmen repräsentative Aufgaben wahr und beschützen den Gouverneur und die Residenz. Es handelt sich um erfahrene Leute, von denen nicht wenige in der Horaslegion kämpften. Ihr Hauptmann ist Baron Rudegar von Hochberg, seine Adjutantin ist Weibelin Fiorella ya Lupinez.
Die Stadtgarde wird gegenüber der Gouverneursgarde eher wie ein Stiefkind behandelt. Die Stadtgardisten unter der Führung von Hauptmann Turman Gerber und Weibel Ramingez ist nicht nur deutlich schlechter gerüstet und bewaffnet, sondern bekommt auch alle Aufgaben zugeteilt, die Rudegar von Hochberg seinen Gouverneursgardisten nicht zumuten möchte. Da er trotz des gleichen militärischen Ranges Turman Gerber höhergestellt ist, erfüllt die Stadtgarde hauptsächlich Büttelaufgaben oder schiebt auf der Hafenfestung Wache. Die Stimmung zwischen den beiden Garden ist nicht besonders gut, und besonders die beiden Hauptmänner könen sich nicht ausstehen.
Die Bombardisten halten sich aus diesen Streitigkeiten eher heraus; sie befinden sich ohnehin ausschließlich auf der Festung. Kommandantin der Bombardistin ist Korporalya Makira, allerdings stehen sowohl Turman Gerber als auch Rudegar von Hochberg militärisch über ihr. Ihr Hauptanliegen ist es, die katastrophal geringen Munitionsvorräte aufzustocken und ihre Forderung nach mehr Männern beim Gouverneur durchzusetzen.
Aufgrund der abweisenden Haltung der Admiralin di Cravazza-Terdilion gegen alles, was irgendwie Fiaga ya Terdilion zum Vorteil gereichen kann, besteht die in Nesquiria stationierte Flotte aus sage und schreibe einem Schiff: die altersschwache Potte "Horasdor", deren Bewaffnung aus einer mittelschweren Rotze besteht und die im Notfall von den in der Stadt verfügbaren Seeleuten und der Stadtgarde bemannt wird.
Weiterhin befinden sich noch bis zu 20 Seesöldner des Kontors bzw. unabhängiger Händler in Nesquiria, die aber nur zum Schutz der Kaufleute und ihrer Waren aktiv werden.

Nesquirias Tempel
Der Tempel des Meeresgottes Efferd befindet sich bei den Fischerhütten auf der Nordseite des Nesquir. Trotz Nesquirias Abhängigkeit vom Meer ist der Tempel immer knapp an Finanzmitteln und hat wenig Einfluß. Ersteres ist auch dadurch bedingt, dass ein Teil der Spenden an den Grafen zur Erhaltung des Hafens abgetreten werden müssen. Daneben hat aber die Hohepriesterin Delphinia auch wenig Kontakt zur Bruderschaft von Wind und Wogen. Ob es dafür einen besonderen Grund gibt, hat Delphinia bisher niemandem erzählt - genauso wenig, wie jemand etwas von ihrem Leben vor ihrem unvermittelten Auftauchen in Nesquiria weiß...
Der Tempel ist ein einfach gehaltenes Gebäude, in dessen Innerem immer eine angenehme Kühle und Feuchtigkeit herrscht. Prunkstück ist eine Delphinstatue aus weißem Marmor, deren Augen dem Betrachter überallhin zu folgen scheinen. Zudem entspringt ein nie versiegender Bach im Innern des Tempels, der vor dem Altar ohne erkennbare Quelle beginnt und sich munter plätschernd seinen Weg durch die Tempelhalle bahnt. Sein Bett hat er zum Teil auf natürlichem Weg in Boden des Tempels gegraben, zum Teil wird er durch mit heiligen Symbolen verzierte Steine und Planken gelenkt. Das Wasser ist äußerst rein und von erfrischendem Geschmack.
In einen Nebenraum des Efferdtempels befinden sich die Efferdbrüder. Um genau zu sein, handelt es sich um nur einen Efferdbruder, einen alten Seebären, der seine Arbeit gewissenhaft und genau erledigt, wenn er nicht im "Starken Seegang" zu finden ist. Er hat eine Art Pinnwand eingerichtet, auf der man Nachrichten an Seefahrer richten kann, die Nesquiria nur selten anfahren und er ist einem auch gerne behilflich, wenn man nicht lesen oder schreiben kann...
Auch der Phextempel erfreut sich häufiger Besuche. Meist sind es Händler, die nicht nur auf Efferds Gnade hoffen, sondern auch mit dem Listigen einen Handel schließen wollen. Der in die Jahre gekommene Geweihte Vandion ist ein eher ruhiger Charakter, dessen Hauptaugenmerk nicht mehr auf einem prall gefüllten Säckel, sondern eher auf einem ebensolchen Bäuchlein liegt.
Der "Tempel der sicheren Zuflucht" ist der Travia geweiht. Vater Herdfried will die lasterhaften Menschen bekehren, von denen es seiner Meinung nach in Nesquiria viel zu viele gibt. Leider sind seine Bemühungen nicht von Erfolg gekrönt, so daß er sich darauf beschränkt, den Ärmsten der Stadt ein freies Mahl zu bereiten und wengstens ihnen anschließend Travias Wort näherzubringen.

Die Werft
Nesquiria's Werft gehört einer Frau namens Jassandra. Sie schafft es seit vier Jahren erstaunlich erfolgreich, sich dem Druck des Gouverneurs auf der einen Seite und dem von Atmanor Lugarno-Porabilis auf der anderen Seite zu entziehen. Immer wieder versuchen beide, sie finanziell abhängig zu machen oder gleich die Werft zu kaufen, denn Graf Roaldo hofft, mit dem Besitz der Werft ein Druckmittel gegen Atmanor zu haben, wenn dieser versuchen sollte, ihn durch erhöhte Preise oder ähnliches zu erpressen (denn der Gouverneur kauft sämtliche Vorräte und Güter bei ihm), während Atmanor plant, nur noch seine eigenen Schiffe zu reparieren, sobald die Werft ihm gehört, um die anderen Teilhaber des Kontors damit zugrunde zu richten.
Die Werft besteht aus einem großen überdachten Becken, daß bis zur Größe einer kleinen Karracke jedes Schiff aufnimmt - allerdings nur eins gleichzeitig. Um das Becken herum sind Gerüste, Kräne und Stapel mit Holz, Seilen und Werkzeugen gruppiert. Ihre Preise sind hoch und sie feilscht grundsätzlich nicht, repariert aber auch Geschütze.
Zwar liefert Jassandra sehr gute Arbeit ab, aber auch ihr ergeht es nicht anders als jedem Handwerker, wenn einmal der Nachschub knapp wird. Holz, Taue, Segeltuch, Nägel, Teer und alles andere, was zum Bauen und Ausbessern eines Schiffes benötigt wird, sind bei ihr selten im Überfluss vorhanden. So kann es der Heldengruppe durchaus einmal passieren, dass sie von Jassandra abgewiesen werden, weil nicht mehr genügend Planken für ihr Schiff und die Terdilion-Kogge vorhanden ist, die gerade sturmgeschunden in den Hafen einläuft - doch kluge Helden sorgen möglicherweise selbst für Nachschub...

Handwerker
Weiterhin gibt es in Nesquiria folgende Handwerker und Dienstleister:
  • einen Schmied und Waffenschmied
  • zwei Schuster
  • drei Schneider (darunter Enrisco, der Erste Gräfliche Hofschneider)
  • einen Zimmermann
  • einen Seiler
  • eine Netzknüpferin und Segelmacherin
  • einen Färber
  • einen Kurzwarenhändler (verkauft Knöpfe, Zwirn, Besen und Geschirr, aber auch Gewürze)
  • einige Schreiber (fast alle permanent bei Lugarno-Porabilis angestellt)
  • zwei Barbiere und Bader
  • einen Pfandleiher, Hehler und Geldwäscher: den Zwerg Ramaxosch
  • einen Heiler
  • einen mohischen Geisteraustreiber und Fetischmacher
  • einige Scheißeträger (Aussätzige, die sich ein paar Kreuzer verdienen, indem sie den Unrat der nesquirischen Bürger ins Meer schütten)

Tavernen und Herbergen
Der "Starke Seegang" ist eine typische Hafenkneipe und vermutlich der Ort, an dem die Helden die meiste Zeit in Nesquiria verbringen... Zwar ist Rondrigo der Alanfaner, der Wirt, nie selbst zur See gefahren, doch der Schankraum ist mit präparierten Fischen, alten Fischernetzen, Tang und allerlei Seefahrertand geschmückt. Dementprechend riecht es auch darin. Das Mobiliar ist robust und kann auch eine Keilerei vertragen. Ein Leuchter hängt unter der hohen Decke und von der Galerie, die zu den (auch stundenweise vermieteten) Gästezimmern führt, sind schon einige Male Matrosen herabgefallen - aus welchen Gründen auch immer... Hier gibt es Rum, Tabak, Glücksspiel, neue Matrosen, alte Veteranen, Seemannsgarn und den neusesten Cladj und von allem jede Menge. Direkt nebenan ist ein Bordell, das ebenfalls Rondrigo gehört.
Das Hotel "Zur Krone" ist ein gediegenes Hotel, in dem man auch sehr gut speisen kann. Die meisten Räume sind auf Dauer vermietet, so etwa an Eibir Darando und an beide Ardenbrauer-Brüder. Hier wohnen die reichen Händler und Kapitäne für die Zeit, in der ihr Schiff vor Anker liegt. Livrierte Pagen zeigen genau die leicht arrogante Höflichkeit, für die das Horasreich so beliebt ist.
Das "Niemals einsam" wird von einem mohischen Wirt unterhalten; es läuft eher leidlich.
"Zum Roten Alligator" ist eine normale Bauernschänke, in der sich hauptsächlich die Einheimischen treffen und auch gerne unter sich bleiben.

Der Leuchtturm
Der Leuchtturm auf der rechten der beiden Klippe, die den Hafen bewachen, war ursprünglich ein ehrgeiziges Projekt. Doch als die Residenz des Gouverneurs teurer und teurer wurde, wurden die Mittel fur den Leuchtturm immer mehr beschnitten, bis das Geld schließlich so knapp war, das man auf den ersten beiden Steingeschossen nur noch ein instabiles Holzgerüst aufbaute. Dieses schwankt bei einem Sturm so sehr schwankt, dass sich niemand außer der Geweihten Delphinia selbst dort hinauf traut, um ein Feuer zu unterhalten.
Unter Lebensgefahr steigt sie also Abend für Abend die Klippe hinauf, damit das Leuchtfeuer alle efferdgefälligen Seeleute sicher in den Hafen Nesquirias geleite. An diesem Zustand wird sich bis auf weiteres auch nichts ändern, denn obwohl ein Teil der Spenden zur "Erhaltung des Hafens" an den Grafen abgetreten werden müssen, steckt dieser die Dukaten lieber in seine Residenz als in einen Aufbau des Leuchtturms. Alle Gesuche Delphinias diesbezüglich wurden bisher mit der Begründung abgelehnt, der Leuchtturm erfülle doch seinen Zweck sehr gut und er benötige keine kostspieligen und unnötigen Verzierungen.
So bleibt zu hoffen, dass Delphinias Gebete zum Launischen auch weiterhin erhört bleiben und der Leuchtturm die heftigen Stürme und Kaucas des Südmeers übersteht, denn sollte er einmal einstürzen, ist nicht nur ihr Leben in Gefahr, sondern auch die der Besatzung des nächsten Schiffes.


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